


Im Café Hummel haben wir am 29. Juni mit Harald Stieber, Makroökonom des Europäischen Parlaments, rege diskutiert. Das ist Teil unseres EFB Wien-Formats Treffpunkt Europa für politische Diskussionen in Wiener Kaffeehäusern. Stieber begleitet die europäischen Föderalisten seit zwei Jahrzehnten – diese Kontinuität zeigt, wie langfristig die Fragen sind, die wir stellen müssen.
Die Kernfrage war konkret: Warum gibt es keinen EU-Strommarkt? Weil Energie noch immer nationale Politik ist, obwohl der (unfertige) Binnenmarkt anderes verlangt. Wir reden von „Energiekrise“, meinen aber eine Strommarkt-Krise, also Fragmentation statt Integration.
Die Lösung ist politisch: Energiepolitik muss als Wirtschaftspolitik mit langfristigen Risiko-Garantien gedacht werden. Speicherung und flexible Preismodelle müssen die Merit Order ablösen. Es braucht einen europäischen Strommarkt, sonst verliert die EU gegen China und die USA.
Das ist föderalistisches Denken: europäische Strategie, lokale Handlung, systemisch statt sektoriell.