Beim Europa-Forum Neumarkt, der alljährliche Höhepunkt der europäischen Föderalisten in Österreich, wurde drei Tage lang offen darüber diskutiert, wie Europa sicherer, wettbewerbsfähiger, nachhaltiger und demokratisch widerstandsfähiger werden kann.
Ein großes Kompliment an die Europäische Föderalistische Bewegung – EFB Steiermark und JEF Steiermark für ein inhaltlich starkes und hervorragend organisiertes Europa-Forum mit so vielen jungen Teilnehmenden und spannenden Vortragenden, es war inspirierend. Danke Katharina Kosjak und Hannah Spitzer für euer Leadership und tolles Team! Die EFB Wien war dabei stark vertreten, u.a. mit Sabine Radl und Johannes Langer als Moderatoren von Panel-Diskussionen sowie Valentin Leitner.
Vier zentrale Erkenntnisse nehmen wir mit:
1️⃣ Europa hat zwar viele Fähigkeiten, nutzt sie aber noch zu wenig. Denn Europa ist wirtschaftlich und technologisch oft stärker, als es häufig erscheint. Was fehlt, ist der konsequente politische Wille, diese Fähigkeiten gemeinsam einzusetzen – stattdessen dominieren fragmentierte nationale Interessen. Gerade angesichts des Kriegs gegen die Ukraine, der Krieg im Iran und der immer schwächeren transatlantischen Partnerschaft muss Europa geopolitisch handlungsfähiger werden – und zugleich seine Partnerschaften mit Ländern wie Brasilien, Indien oder Japan ausbauen.
2️⃣ Europa kann nicht billiger Waren und Dienstleistungen anbieten, aber es kann bessere und nachhaltigere Lösungen anbieten. Dabei farf
Nachhaltigkeit kein abstraktes Konzept und kein reines Berichtswesen bleiben. Dafür braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und gezielte Investitionen in erneuerbare Energien, Speicher, Wasserstoff, Digitalisierung und KI. Nichts zu tun ist dabei nicht kostenlos, sondern langfristig die teuerste Option.
3️⃣ Europas Problem ist nicht der Mangel an Ideen, sondern deren Umsetzung. Vor allem die Kapitalmarktunion, Energieunion, Verteidigungsunion und die Fertigstellung vom Binnenmarkt sind entscheidend. Viele der richtigen Vorschläge liegen seit Jahren auf dem Tisch. Die EU agiert dabei oft wie ein schwerfälliger Tanker, während andere mit Speedbooten unterwegs sind. Es braucht mehr Mut zum Handeln.
4️⃣ Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit.
Demokratische Systeme stehen unter Druck – von außen durch Desinformation und Einflussnahme, von innen durch Vertrauensverlust und politische Polarisierung. Dabei wird die tatsächliche Polarisierung häufig überschätzt, während die Schwächung demokratischer Institutionen unterschätzt wird. Resilienz braucht deshalb glaubwürdige politische Angebote, eine aktive Zivilgesellschaft (wo wir selber auch unseren Beitrag leisten wollen) und mehr demokratische Bildung weit über Schulen hinaus.
Kurzum, es hat gezeigt: Die Herausforderungen sind groß, aber ebenso groß sind die Ideen, Kompetenzen und Netzwerke, auf die Europa aufbauen kann.




